Finale in der 9. Runde

Zum Abschluss des GRENKE Chess Open kommt es zu einem Finale zwischen Nikita Vitiugov und Zdenko Kozul. Vitiugov gewann den Spitzenkampf gegen Vladimir Fedoseev (siehe Bild) und führt vor der letzten Runde mit 7,0 Punkten die Tabelle an. Mit gleicher Punktzahl aber schlechterer Zweitwertung liegt Kozul auf Platz zwei.

Nikita Vitiugov zeigte in der achten Runde, warum er die Nr. 1 der Setzliste ist. Gegen den bis dahin führenden und überzeugenden Vladimir Fedoseev bot er eine tolle Leistung und holte sich die Tabellenführung. In einer Katalanischen Partie besaß Vitiugov mehr Einfluss im Zentrum und installierte einen starken Springer auf e5. Ungewöhnlich für diese Eröffnung rochierte er lang und nutzte den Umstand aus, dass Fedoseev sich mit einem schwächenden Bauernzug am Königsflügel etwas entblößte.

Der 30-jährige Russe griff seinen Landsmann am Königsflügel an und vergrößerte mit jedem Zug zielsicher seinen Vorteil. Dank einer Kombination eroberte er gleich zwei Bauern, die er im Damenendspiel mit seiner tollen Technik problemlos verwertete. Damit führt Vitiugov vor der letzten Runde das GRENKE Chess Open an und spielt am Spitzenbrett gegen Zdenko Kozul um den Sieg.

Kozul, Europameister des Jahres 2006, gewann ähnlich souverän wie Vitiugov. Der kroatische Großmeister nutzte gegen Kaido Kulaots dessen zerklüftete Bauernstruktur aus, um in ein gewonnenes Turmendspiel überzuleiten. Der erfahrene Großmeister (Jhrg. 1966) katapultierte sich etwas überraschend an die geteilte Spitze. Nachdem er in den Runden drei und vier zwei Remis abgab, gelangen ihm aber vier Siege in Folge.


Zdenko Kozul

Chancen, zumindest auf den geteilten Turniersieg dürfen sich zwölf weitere Spieler machen. Zu ihnen gehört auch Maxim Matlakov, der den Lauf von Meilis Annaberdiev stoppte. Zurück im Rennen um die Hauptpreise ist auch Etienne Bacrot. Der französische Supergroßmeister gewann die letzten drei Partien, nachdem er sich in der Mitte des Turniers mit drei Unentschieden eine kleine Pause gönnte.


Etienne Bacrot kämpft um einen der Hauptpreise

Überraschend gehört Alexander Seyb als bester deutscher Spieler mit 6,5 Punkten zur Verfolgergruppe. Der junge internationale Meister drehte in den letzten Runden mit 2,5 Punkten gegen drei Großmeister mächtig auf und kämpft um ein gutes Preisgeld und eine GM-Norm.


Alexander Seyb steht plötzlich im Rampenlicht

In der Frauenwertung liegt Sarasadat Khademalsharieh mit 5,5 Punkten alleine in Führung. Die Favoritin auf den ersten Damenpreis remisierte zwar in der Vorschlussrunde, doch ihre ärgte Kontrahentin Swaminathan Soumya verpasste gegen den norwegischen Großmeister Torbjorn Ringdal Hansen knapp eine Überraschung.


Sarasadat Khademalsharieh aus Iran

Die Paarungen an den Spitzenbrettern der 9. Runde lauten:

1 12 Kozul, Zdenko 1 Vitiugov, Nikita   -  
2 15 Melkumyan, Hrant 2 Matlakov, Maxim   -  
3 17 Landa, Konstantin 3 Bacrot, Etienne   -  
4 18 Bosiocic, Marin 4 Rapport, Richard   -  
5 5 Fedoseev, Vladimir 21 Onischuk, Vladimir   -  
6 25 Bogner, Sebastian 6 Moiseenko, Alexander   -  
7 35 Moussard, Jules 10 Grandelius, Nils   -  
8 11 Kuzubov, Yuriy 104 Seyb, Alexander   -  
9 7 Kamsky, Gata 54 Lubbe, Nikolas   -  
10 53 Kollars, Dmitrij 8 Kovalenko, Igor   -